Kein Bier ohne Alster

Hamburg - Brauhaus der Hanse

7. September 2016 - 12. März 2017


Das Brauen von Bier und die Entwicklung der Stadt Hamburg sind untrennbar miteinander verbunden. In Zeiten als es noch keinen Tee und keinen Kaffee gab, galt Bier als eines der Grundnahrungsmittel. Vermutlich bereits im Jahr 1233 begann in Hamburg die Produktion von Hopfenbier, die sich zu einem der wichtigen Exportgewerbe der Stadt entwickelte. Bier wurde insbesondere in die Niederlande, aber auch nach Frankreich, England, Jütland und Island verschifft. Galt Lübeck als das „Kaufhaus“ der Hanse und Köln als das „Weinhaus“ der Hanse, so sprach man bald von Hamburg als dem „Brauhaus“ der Hanse. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts werden in Hamburg nahezu 450 Brauhäuser gezählt, im Jahr 1540 sind es bereits 527.

Mit Auflösung der Hanse verloren auch die hiesigen Bierbrauer einen Teil ihres Marktes, indem zahlreiche Länder dem lange bestehenden Hamburger Importmonopol durch die Gründung eigener Brauereien sowie durch die Erhebung von Einfuhrzöllen entgegenwirkten. Parallel dazu kam es im 17. Jahrhundert zu einem völligen Wandel der Trinkgewohnheiten. Im 19. Jahrhundert erlebte die Bierproduktion dann erneut einen enormen Aufschwung und obwohl der Kaffee das Bier von seinem Spitzenplatz beim durchschnittlichen Getränkekonsum verdrängt hat, stellt auch heute noch das Bier – insbesondere durch die wachsende Craft Beer-Produktion einen nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Im Rahmen der Ausstellung soll an Originalobjekten, schriftlichen Quellen, Modellen sowie inszenatorischen Elementen die Entwicklung des Bierbrauens in Hamburg nachgezeichnet werden. Ausgehend von den ersten Hopfenfunden in der Wikingersiedlung Haithabu wird die Bedeutung des Bieres als Grundnahrungsmittel der mittelalterlichen Bevölkerung deutlich gemacht, um dann einen Ausblick in die Moderne mit ihren industriellen Produktionsweisen und in die Gegenwart zu werfen.


Kein Bier ohne Alster - Das Online-Dossier

Zur Sonderausstellung “Kein Bier ohne Alster. Hamburg - Brauhaus der Hanse” wurde ein Online-Dossier erstellt, was als Teaser, Vorbereitung auf den Ausstellungsbesuch, als Nachschlagewerk oder als Lektüre dient.

Für das Online-Dossier bitte hier klicken.







Vom Bierteufel und Hans Immerdurst: Suchtprävention aus historischer und gegenwärtiger Perspektive

Bereits im späten Mittelalter wurde aktiv Suchtprävention betrieben. So wurde vor dem „Bierteufel“ gewarnt oder später in Karikaturen vor dem unkontrollierten Alkoholkonsum. Mit Plakaten wurde vor dem Alkoholkonsum am Arbeitsplatz abgeraten, um die stark erhöhte Zahl an Arbeitsunfällen zu verringern - ein Thema was auch heute noch eine hohe Aktualität besitzt.

Die Ausstellung spricht die Gefahren des Alkoholkonsums an und beteiligt sich mit einem gesonderten pädagogischen Angebot für Schulklassen an der Aufklärung über verantwortungsvollen Alkoholkonsum.
Mehr Informationen finden Sie hier: ↓ PDF download (279 KB)


Bildergalerie

Etikett der elbschlossbrauerei  foto shmh mhgWerbegrafik der harms brauerei  foto shmh mhgWerbepostkarte der elbschlossbrauerei  foto shmh mhgEduard niese  destillation und bierausschank amandus pingel  1894  foto shmh hamburg museumC. suhr  hamburger bierfahrer  1815  foto shmh hamburg museumD. m. kanning  der hopfenmarkt und die st. nikolai kirche in hamburg  um 1850.Gastwirtschaft und fr%c3%bchst%c3%bcckslokal passel am r%c3%b6dingsmarkt in hamburg  fotopostkarte  um 1900  foto shmhKasten mit spezial export bierflaschen  foto shmh mhg  angela franke


Rahmenprogramm

Öffentliche Führungen
September: sonntags, 15 Uhr
Oktober bis März: samstags und sonntags 15 Uhr

Führungen durch die Sonderausstellung in Deutscher Gebärdensprache
Sonntag, 6. November 2016, 12 Uhr
Sonntag, 15. Januar 2017, 12 Uhr
Dienstag, 31. Januar 2017, 11 Uhr
Sonntag, 19. Februar 2017, 11:30 Uhr

Referentin: Martina Bergmann

Familienführungen
„Bier für Kinder?! Wie sah das Leben in Hamburg im Mittelalter aus?“
Für Kinder ab 5 Jahren und ihre Familien
Samstag, 19. und Sonntag, 20. November 2016
Samstag, 3. und Sonntag, 4. Dezember 2016
Samstag, 7. und Sonntag, 8. Januar 2017
Samstag, 28. und Sonntag, 29. Januar 2016
Samstag, 18. und Sonntag, 19. Februar 2017
Samstag, 11. und Sonntag, 12. März 2017

Jeweils 13 – 14 Uhr


Vom Brauhaus der Hanse zur industriellen Bierherstellung. Führung durch die Sonderausstellung mit Besichtigung der Holsten Brauwelt
Mittwoch, 9. November 2016, 18 - 21 Uhr
Mittwoch, 25. Januar 2017, 18 - 21 Uhr
Mittwoch, 22. Februar 2017, 18 - 21 Uhr

Als wichtiger Grundbestandteil der Ernährung im Mittelalter wurde Bier zum zentralen Handelsgut Hamburgs und damit zum Fundament der wirtschaftlichen Entwicklung der Hansestadt. Der Abend schlägt den Bogen von den Anfängen des Brauens bis zur Herstellung in industriellen Brauereien. Dabei werden Aspekte des geselligen Biergenusses im Lauf der Jahrhunderte gezeigt. Anschließend geht es in die Holsten Brauwelt nach Altona zu einem geführten Rundgang durch Sudhaus und Lagerkeller. Dort klingt der Abend bei einer Bierverköstigung mit Treberbrot und Schinken aus.
Kosten: 25 € / erm. 22 €; exkl. Transfer vom Museum zur Holsten Brauwelt
Für diesen Abend werden ein HVV-Ticket sowie ein gültiger Personalausweis oder Pass benötigt.
Anmeldung unter: info@museumsdienst-hamburg.de oder Tel. Tel. 040 428 1310

Prost Hamburg! Bierverköstigung mit Biersommielière sowie Führung durch die Sonderausstellung
Donnerstag, 24. November 2016, 18 - 21 Uhr
Donnerstag, 9. Februar 2017, 18 - 21 Uhr

Hamburg braute zur Hansezeit in teilweise rund 500 Brauereien gleichzeitig das flüssige Gold, das als Exportschlager in den gesamten Ostseeraum verhandelt wurde. Was waren die Rezepte für den Erfolg des Hamburger Biers? Wie setzt man Qualitätsstandards für ein Handelsgut, das aus 500 Manufakturen kommt? Nach einer Führung durch die Sonderausstellung haben Sie Gelegenheit selbst verschiedene Sorten zu verköstigen. Biersommelière Doris Torn von der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände präsentiert sechs bis acht leichte und schwere Biere, die mit einer Auswahl passender Käsesorten gereicht werden.
Kosten: 42 € / 39 € erm.
Anmeldung unter: info@museumsdienst-hamburg.de oder Tel. Tel. 040 428 1310



Foto oben: Gastwirtschaft und Frühstückslokal Passel am Rödingsmarkt in Hamburg, Fotopostkarte (Detail), um 1900