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Das Hamburg Museum ist 1908 als Museum für Hamburgische Geschichte gegründet worden. Es präsentiert die facettenreiche Entwicklungsgeschichte der Stadt Hamburg von ihren Anfängen um 800 bis zur Gegenwart und ist eines der größten stadthistorischen Museen Europas.

 

Die Künstlerin Ebba Tesdorpf

Die Hamburger Künstlerin Ebba Tesdorpf (1851-1920) war eine außergewöhnliche Frau: 1851 als Tochter einer alteingesessenen gutbürgerlichen Hamburger Kaufmannsfamilie aufgewachsen, entschied sie sich bereits als junges Mädchen dafür, ihr Leben der Kunst zu widmen und brach damit die strengen Konventionen ihrer Zeit.

Ebba Tesdorpf Foto

In zahllosen Werken malte sie das zeitgenössische Hamburg und das Leben seiner Bewohner, dokumentierte die verwinkelten, schmalen Gassen und Hinterhöfe der Altstadt neben den neuen, breiten Straßen des großstädtischen Bürgertums, zeichnete den Hamburger Segelschiffhafen und die zahlreichen Kanäle, die sich durch die alte Hansestadt zogen.

Ihre unkonventionelle Lebensweise stieß bei ihren wohlhabenden bürgerlichen Verwandten jedoch auf Unverständnis: So verkleidete sich die Künstlerin beispielsweise und wanderte in alte, zerschlissene Kleider gehüllt durch die Stadt, um in den Hamburger Straßen so authentisch wie möglich malen zu können.

Dabei war sie immer auf der Suche nach neuen Ansichten und ungewöhnlichen Perspektiven auf das alltägliche Leben in der Hansestadt. Über die Jahre schuf sie beeindruckende Werke, die einfühlsame und persönliche Blicke auf die Stadt und ihre Bewohner wiedergeben.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit und einem großen Engagement für die Hamburger Kultur hatte Ebba Tesdorpf aber noch eine weitere, für eine bürgerliche Frau ihrer Zeit äußerst ungewöhnliche Leidenschaft: Sie stellte eine umfangreiche Kunstsammlung zusammen, die vor allem Werke von Künstlern aus Hamburg und Norddeutschland umfasste und in der sich die Sammlerin besonders auf Motive der Hansestadt konzentrierte. Ihre Sammlung, die bald mehr als 5000 Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Dokumente von großer historischer und kunsthistorischer Bedeutung umfasste, kann daher mit Recht als eine der bedeutendsten Hamburgensien-Sammlungen des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden.

Als Ebba Tesdorpf 1920, im Alter von 69 Jahren starb, konnte sie auf ein bewegtes, selbstverantwortliches Leben als freie Künstlerin und kulturell äußerst engagierte Frau zurückblicken. Von ihrer Heimatstadt als bedeutende Hamburger Persönlichkeit und Bewahrerin wertvollen Hamburger Kulturguts geehrt, wurde sie auf dem Althamburgischen Gedächtnisfriedhof in Ohlsdorf bestattet.