Musizierende Gesellschaft

Musizierende Gesellschaft, Ausschnitt links Musizierende Gesellschaft, Johannes Voorhout, 1674

Der Cembalist, der aus dem Bild heraus den Betrachter anschaut und vermutlich als Auftraggeber des Bildes gelten darf, kann nach einem etwa gleichzeitigen, mit Namen beschrifteten Porträt zweifelsfrei identifiziert werden: Es handelt sich um Johann Adam Reinken (1643 – 1722), den Organisten der Hamburger Katharinenkirche. Das Notenblatt, das auf dem Knie des Herrn neben der Lautenspielerin ruht, weist tatsächlich auch eine Widmung an Reinken sowie an seinen Freund Dietrich Buxtehude (1637 – 1707) auf.

Buxtehude war von 1668 bis 1707 Organist der Lübecker Marienkirche und aufgrund seiner Kompositionen einer der bedeutendsten Musiker seiner Epoche. Es liegt also nahe, in einem der beiden Herrn im Vordergrund sein Porträt zu suchen. Vergleichbare Bildnisse fehlen allerdings. Ein Argument, ihn mit dem Gambisten zu identifizieren, mag aber sein, dass dieser die Töne D und B greift, die Initialen Buxtehudes.

Das Notenblatt hat einen Kanon über den Psalm „Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen“ zum Inhalt und nimmt damit Bezug auf die Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft der Musiker, die für sich beanspruchten, als „gelehrte Musiker“, also nicht nur als technisch geschulte Instrumentisten, sondern als Kenner der geistigen Inhalte der Musik zu gelten. Der Kanon selbst stellt kein bisher bekanntes Werk der Musik dar. Nach der Notation auf dem Gemälde ist er aber singbar.


Bildergalerie

Voorh musizierende gesellschaft highlight hamburg museumVoorh musizierende gesellschaft vollbild hamburg museum 72dpi