Von den Gängevierteln zur modernen Stadt

Ein sozialgeschichtlicher„virtueller Spaziergang“ durch Mönckebergstraße und Kontorhausviertel

Donnerstag, 11. Januar 2018, 18 - 20 Uhr, Museumseintritt


Der Vortrag beleuchtet die städtebauliche, soziale und politische Situation der Quartiere um 1900, die schließlich zum Abriss der Gängeviertel und zur Entstehung der „modernen Großstadt“ führten. Im Anschluss an den Vortrag besteht bis 20 Uhr die Möglichkeit, die Bilder der betreffenden Quartiere in der Sonderausstellung „Alt-Hamburg – Ecke Neustadt“ anzuschauen, die Künstler kurz vor deren Abriss angefertigt haben.

„Eure Hoheit, ich vergesse, dass ich in Europa bin. Ich habe noch nie solche ungesunden Wohnungen, Pesthöhlen und Brutstätten für jeden Ansteckungskeim angetroffen wie hier.“ So lautete das vernichtende Urteil des Berliner Arztes Robert Koch über die Gängeviertel, die er 1892 anlässlich der Choleraepidemie in Hamburg besucht hatte. Aufgrund der dort herrschenden schlechten hygienischen Zustände, aber auch aus sozialen und politischen Bestrebungen heraus begannen zum Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Sanierungsmaßnahmen durch Abriss: An Stelle der Gängeviertel entstanden zunächst u.a. die Collonaden und die Speicherstadt. Doch erst mit dem Bau der Mönckebergstraße (und der Hochbahn) beginnt in Hamburg eine moderne Stadtplanung.

Referentin: Dr. Katrin Schmersahl