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Juden in Hamburg - 05 - Verfolgung und Vernichtung unter der NS-Herrschaft

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und der Neubildung des Hamburger Senats unter Einbeziehung der Nationalsozialisten im März 1933 begann die staatlich gelenkte Verfolgung der Juden. Parallel mit der antijüdischen Propaganda der gleichgeschalteten Medien setzte die Verdrängung der Juden aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ein: Jüdische Beamte wurden entlassen, Geschäfte und Warenhäuser boykottiert, in immer mehr Berufen der "Ariernachweis" verlangt und die Erinnerung an verdienstvolle Hamburger Juden durch die Entfernung von Denkmälern und Straßennamen unterbunden.
Durch die "Nürnberger Gesetze" vom September 1935 wurde die Entrechtung und Ausgrenzung der Juden weiter verschärft. Sie verloren die im 19. Jahrhundert erworbene rechtliche Gleichstellung und durften nun keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden. Insbesondere wurde ihnen die Eheschließung mit Nichtjuden verboten. Verstöße gegen diese Gesetze wurden in Hamburg - verglichen mit ganz Deutschland- überdurchschnittlich hart bestraft.
Den Juden blieb in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft nur die Alternative zu emigrieren oder Wege der Selbstbehauptung zu finden. Die Auswanderung war meist nur mit hohem finanziellen Aufwand und dem Verlust des Besitzes möglich. Organisationen wie der Jüdische Kulturbund konnten für die Bleibenden angesichts der zunehmenden Isolation einen gewissen Halt bieten. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzte die offene systematische Gewalt gegen die Juden in ganz Deutschland ein mit Verhaftungen, Zerstörungen der Synagogen sowie Schliessung und Übernahme jüdischer Gewerbebetriebe. Diese Massnahmen hatten eine von den Nationalsozialisten beabsichtigte Massenflucht zur Folge. Die Bewegungsfreiheit der verbliebenen Juden wurde weiter rigoros eingeschränkt. Sie waren nun verarmt, völlig isoliert und unter ständiger Kontrolle.
Im Herbst 1941 wurden Hamburger Juden in vier Transporten in die Ghettos von Lodz, Minsk und Riga verschleppt und größtenteils umgebracht. Nachdem im Januar 1942 von den Nationalsozialisten die Ausrottung der europäischen Juden beschlossen worden war, fuhren von Hamburg bis zum Februar 1945 17 Deportationszüge mit 6000 Juden in die Konzentrationslager Ausschwitz und Theresienstadt, wo die meisten von ihnen umkamen. Siehe auch www.hannoverscher-bahnhof.hamburg.de.
Im Hamburger Konzentrationslager Neuengamme bildeten die gefangenen Juden eine vergleichsweise kleine Gruppe, in seinen zahlreichen Außenlagern mussten Tausende von ihnen unter erbärmlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten.
8877 Juden aus Hamburg wurden in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet.
Bei der Befreiung Hamburgs im Mai 1945 lebten von den noch rund 17000 Juden im Jahr 1933 nur noch wenige Hundert in Hamburg.


Juden in Hamburg
- Die ersten Juden kommen nach Hamburg
- Aufklärung und Emanzipation
- Im Deutschen Kaiserreich
- In der Weimarer Republik
- Verfolgung und Vernichtung unter der NS-Herrschaft
- Jüdische Schulen
- Juden im Hamburger Wirtschaftsleben
- Wohnverhältnisse und Wohngebiete
- Die Synagoge