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Seit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 ist die Synagoge das religiöse Zentrum der jüdischen Gemeinde. Ihre Funktion beschränkt sich aber nicht nur auf den Gottesdienst, sie ist zugleich auch Versammlungsraum sowie Ort für gemeinsames Studium und Gebet. Zehn erwachsene Männer werden für die Durchführung des Gottesdienstes benötigt. Sein wesentlicher Bestandteil ist die Lesung der Heiligen Schrift. Die Torarollen werden in einem würdigen Schrank, dem Toraschrein, verwahrt, der in Europa nach Osten, nach Jerusalem, ausgerichtet ist. Das Lesepult (Bima) stand ursprünglich in der Mitte des Raumes, und die Bänke waren darum herum angeordnet, im 19. Jahrhundert wurde es dann in die Nähe des Toraschreins gerückt. Bis ins 19. Jahrhundert konnten Frauen dem Gottesdienst zumeist nur von einem Nebenraum oder einer Empore aus beiwohnen, dann erst wurde in vielen Synagogen die Trennung von Frauen und Männern aufgehoben. Der Schmuck in der Synagoge ist auf die Tora beschränkt, vor deren mit einem Vorhang versehenen Schrein ein ewiges Licht brennt. Die Torarolle enthält die auf Pergament geschriebenen fünf Bücher Moses. Im Gottesdienst wird die Torarolle feierlich ausgehoben, zur Bima getragen, aufgerollt und nach allen Seiten gezeigt. Man liest sie am Sabbat, an Feier- und Fasttagen sowie montags und donnerstags im Morgengottesdienst. Zu bestimmten Gelegenheiten können Lesungen aus den Prophetenbüchern und den Schriften der Bibel folgen. Die Gestaltung des Gottesdienstes ist Sache aller - traditionell männlichen - Anwesenden, ein Rabbiner ist dafür nicht notwendig. Während der über 400jährigen Geschichte der Juden in Hamburg änderte sich die Form ihres Gottesdienstes, und es gab Unterschiede in den gleichzeitig bestehenden Synagogen, je nach dem Grad der orthodoxen oder liberalen Ausrichtung der Gemeinde.
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