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Hamburg im 20. Jahrhundert (2) - 08 - Kulturstadt Hamburg

Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft entwickelte sich sofort ein reges Kulturleben in der Stadt. Trotz oder gerade wegen der Not der Nachkriegszeit sehnten sich die Menschen nach Abwechslung, Unterhaltung und Kunst, die sie in dieser Vielfalt, wie sie jetzt auch aus dem anglo-amerikanischen Raum nach Deutschland gelangte, zwölf Jahre entbehren mussten.
Besonders im Theater begann die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Gegenwart, so an den Kammerspielen unter Leitung von Ida Ehre und mit Stücken wie "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert. Das Hamburger Schauspielhaus begann unter der Intendanz von Gustav Gründgens (1955-1963) seinen Aufstieg zum bedeutendsten deutschen Theater. Aber auch das Thalia-Theater, die Oper mit der Ballettabteilung sowie zahlreiche mit viel Enthusiasmus und wenig Geld betriebene Privattheater boten ein breites und attraktives Programm. In den 1990er Jahren sorgten Musicals wie "Cats" oder "Das Phantom der Oper" für hohe Umsätze.

Ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor waren die Filmproduktionen in Hamburg. Die Stadt wurde in allen Jahren nicht nur als Kulisse für internationale Spielfilme genutzt, die Real-Film (1947) und das Studio-Hamburg (1960) zeigen, dass sie auch für Produktionsfirmen und -stätten interessant war. Nicht zuletzt der NDR regte die Produktion zahlreicher Fernsehfilme und -serien an, wobei sich die Großstadt besonders gut für Kriminalfilme zu eignen schien.

Für die in Hamburg lebenden Maler und Bildhauer war die Stadt Wohnort und Motiv, sie verstanden sich aber nicht nur als Künstler der Stadt. Ebenso erging es Schriftstellern wie Arno Schmidt, Siegfried Lenz oder Hubert Fichte, in deren Werken Hamburg nur einen Teil ausmacht.

Unter dem Einfluss der Besatzungsmächte verbreiteten sich nach 1945 rasch der Swing und der Jazz, bis in den 1950er Jahren von der Jugend schließlich begeistert der Rock'n Roll aufgenommen wurde. Im legendären Star-Club begannen 1960 die Beatles ihre Weltkarriere und prägten mit anderen Bands den "Hamburg-Sound".
In den 1970er Jahren wiederum gewann mit der "Hamburg-Szene" und hier besonders Udo Lindenberg die deutsche Sprache in der Rockmusik an Bedeutung. Damals wurde Hamburg auch für Musikproduzenten und Schallplattenkonzerne ein wichtiger Standort. In den 1990er Jahren ist Hamburg dann eine Hochburg des Hip-Hop.


Hamburg im 20. Jahrhundert (2)
- Hungerwinter, Flüchtlingselend, Schwarzmarkthandel
- Von der besetzten Stadt zum Bundesland
- Die moderne Metropole
- Im Rausch der Konsumgesellschaft
- Auf und ab im Wirtschaftswunder
- Gesellschaftskritik und alternative Politik
- An die Grenzen des Wachstums
- Kulturstadt Hamburg
- Am Ende des Millenniums

Hamburg im 20. Jahrhundert (1)