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Hamburg im 20. Jh (1) - 12 - Verfolgung und Widerstand im NS-Staat

Die Gegner der Nationalsozialisten wurden seit 1933 systematisch verfolgt, verhaftet, gefangen gehalten, gefoltert, in den Selbstmord getrieben und ermordet. Aufgrund einer Verordnung vom 28. Februar 1933 konnten Verhaftungen ohne richterliche Prüfung vorgenommen werden. So wurden zwischen März 1933 und August 1934 in Hamburg 4661 Menschen von der Gestapo festgenommen. Inhaftiert wurden sie im Stadthaus, im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis, in der Strafanstalt Fuhlsbüttel oder in Konzentrationslagern, z. B. in Wittmoor bei Glashütte, in Sachsenhausen oder Ravensbrück. Seit Dezember 1938 wurde das KZ Neuengamme errichtet, das mit seinen Außenlagern zur zentralen Haftanstalt für Norddeutschland wurde. Etwa 55.000 der 106.000 Häftlinge aus vielen Ländern kamen hier ums Leben.

Die ersten Verfolgungsmaßnahmen richteten sich gegen Kommunisten und dann auch gegen Sozialdemokraten. Diese versuchten - auch mit Unterstützung aus dem Ausland - Untergrundorganisationen aufzubauen, Verfolgten zu helfen, Flugblätter zu verteilen und geheime Versammlungen abzuhalten, wurden aber immer wieder entdeckt und bis 1936 zerschlagen. Die Justizbehörden und Sondergerichte verurteilten in Hamburg besonders hart, am Holstenglacis wurden 399 zumeist politische Gegner hingerichtet.

Neben den politischen Gegnern verfolgten die Nationalsozialisten auch engagierte Christen, Behinderte, Zigeuner, Homosexuelle sowie alle, die nicht in ihre Rasseideologie passten oder mögliche Gegner waren. Die brutale Verfolgung der Juden begann 1933 mit der Boykottierung ihrer Geschäfte, ihrer Ausgrenzung und Isolation, wodurch viele zur Emigration gezwungen wurden. 1935 wurde den Juden ihre Rechte aberkannt. Mit dem Pogrom in der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 begann die Vernichtung der Juden, ihre Geschäfte und Synagogen wurden zerstört, in 17 Deportationszügen wurden sie bis Februar 1945 nach Osteuropa verschleppt und dort ermordet. Von den rund 20.000 Hamburger Juden wurden fast 10.000 ermordet, 1945 lebten nur noch rund 600 in der Stadt.

Seit 1941 bildeten sich erneut verschiedene Widerstandsgruppen in Hamburg u.a. aus Kommunisten und fortschrittlichen Studenten, die ihr Engagement aber oft mit dem Leben zahlten.


Hamburg im 20. Jahrhundert (1)
- Weltmachttaumel und Wahlrechtskämpfe
- Lebensverhältnisse im Kaiserreich
- Die mobile Großstadt
- Welthafen und Wirtschaftsmetropole
- Revolution in Hamburg
- Demokraten und ihre Feinde
- Im Jahrzehnt der Wirtschaftskrisen
- Groß-Hamburg
- Leben unter dem Hakenkreuz
- Die Abschaffung der Demokratie
- Auf dem Weg in die Kriegswirtschaft
- Verfolgung und Widerstand im NS-Staat
- Hamburg im Krieg
- Vernichtung im Feuersturm

Hamburg im 20. Jahrhundert (2)