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Hamburg im 20. Jh (1) - 11 - Auf dem Weg in die Kriegswirtschaft

Die Wirtschaftsprobleme Hamburgs konnten auch von den Nationalsozialisten 1933 nicht beseitigt werden. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Deutschen Reiches vor allem im Straßenbau boten nur wenigen eine zeitweilige Beschäftigung. Zu Beginn des Jahres 1934 betrug die Arbeitslosigkeit in Hamburg noch 14% und lag damit über dem Durchschnitt in anderen Großstädten, in denen die Wirtschaftskrise bereits überwunden war. Die Probleme in Hamburgs Haupterwerbszweigen, dem Handel, der Schifffahrt und dem Schiffbau, beruhten auf der Wirtschaftspolitik des Reiches, die auf Autarkie ausgerichtet war und Importe zu vermeiden suchte.

Die Verbesserung der Wirtschaftslage seit 1936 war auf die zunehmende Rüstungsproduktion zurückzuführen, von der vor allem die Werften Vorteile hatten. Der Kriegsschiffbau begann so wichtig zu werden, dass sich die HAPAG 1938 zu einer Beschwerde veranlasst sah, weil ihre Handels- und Passagierschiffe ins Hintertreffen gerieten. Staatlicher Dirigismus, militärstrategische Planungen und ideologische Vorbehalte - z.B. gegen jüdische Unternehmer - verhinderten die Ansiedlung neuer Betriebe. Die Ausnahme waren eine Erdölraffinerie, ein Motorenwerk und der Flugzeugbau. Gewinn zogen die Nationalsozialisten aus der Enteignung von Firmen in jüdischem Besitz.

Mit dem Kriegsbeginn 1939 änderte sich die Wirtschaftslage grundlegend, da Hamburgs Handel von seinen Verbindungen nach Übersee abgeschnitten war. Im- und Exportfirmen suchten Ausgleich im Binnenhandel und im Wirtschaftsverkehr mit den besetzten Gebieten und trugen so zu deren Ausbeutung bei. Je mehr Männer zur Wehrmacht eingezogen wurden, desto größer wurde der Arbeitskräftemangel in allen Wirtschaftsbereichen. Frauen mussten die Arbeitsplätze der Männer übernehmen, Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten wurden besonders in der Industrie eingesetzt. Die zahlreichen Bombenangriffe sollten insbesondere die Hamburger Industrieproduktion schädigen, diese wurde aber kaum beeinträchtigt, da z.B. der U-Boot-Bau - 300 wurden in Hamburg hergestellt - in Bunkern geschah.


Hamburg im 20. Jahrhundert (1)
- Weltmachttaumel und Wahlrechtskämpfe
- Lebensverhältnisse im Kaiserreich
- Die mobile Großstadt
- Welthafen und Wirtschaftsmetropole
- Revolution in Hamburg
- Demokraten und ihre Feinde
- Im Jahrzehnt der Wirtschaftskrisen
- Groß-Hamburg
- Leben unter dem Hakenkreuz
- Die Abschaffung der Demokratie
- Auf dem Weg in die Kriegswirtschaft
- Verfolgung und Widerstand im NS-Staat
- Hamburg im Krieg
- Vernichtung im Feuersturm

Hamburg im 20. Jahrhundert (2)