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Die Geldentwertung der Nachkriegsjahre ermöglichte es Hamburger Schifffahrtsunternehmen allerdings, mit Devisengewinnen allmählich neue Flotten aufzubauen. Diese positive Entwicklung wurde durch die sich beschleunigende Inflation 1923 unterbrochen, Geldrücklagen wurden vernichtet und Firmen gingen ein. Die Lebensmittelpreise stiegen rasant und darauf folgende Unruhen bedrohten das politische System. Erst die Währungsstabilisierung Ende 1923 ermöglichte wieder ein geregeltes Wirtschaftsleben. Aufgrund seiner Verbindungen in die USA und nach England erhielt Hamburg günstiges Kapital, so dass die Hamburger Wirtschaft mehr als das Deutsche Reich insgesamt vom Aufschwung in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre profitierte. Besonders die Linienreedereien und speziell die HAPAG waren erfolgreich und verschafften auch den Hamburger Werften Aufträge. Bekannte Firmen der Tabakbranche, der Versicherungsbranche und des Technikvertriebs haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Das Lohnniveau der Vorkriegszeit wurde allerdings erst 1927 für Arbeiter und 1929 für Angestellte erreicht. Die relative Stabilität wurde durch die Weltwirtschaftskrise
vom Winter 1929/30. Der Preisverfall auf dem Weltmarkt und die erschwerten
Exportmöglichkeiten trafen Hamburg besonders stark. Reedereien
legten Schiffe still, alteingesessenen Firmen meldeten Konkurs an, die
Sozialausgaben der Stadt stiegen rasch. Die Arbeitslosigkeit erhöhte
sich bis 1932 auf fast 40% und führte zur zunehmenden politischen
Radikalisierung.
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