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Stadt- und Kirchenmodelle - Im Schutz von Kirchen und Kanonen - Hamburg im 30jährigen Krieg


Voraussetzung für den ungeheuren Aufschwung, den Hamburg im 17. Jh nahm, war der Handel. Hierfür sollte sich besonders der Bau einer neuen Stadbefestigung auswirken. Die verbesserte Treffsicherheit und enorm gesteigerte Reichweite der modernen Vorderladergeschütze zwangen überall die Städte in Europa zur Erneuerung ihrer Wallanlagen. Hamburg versicherte sich der Dienste von Jan van Valckenbourgh, einem vielbeschäftigten Festungsbaumeister aus den Niederlanden. In den Jahren zwischen 1616 und 1625 verwandelte dieser die Stadt in eine Baustelle nie gekannten Ausmaßes. Da die Planung denkbare Wachstumsprozesse berücksichtigte, umfaßte die neue Befestigung neben dem alten Siedlungsareal noch einmal soviel Bauland für die künftige Stadtentwicklung. Das fortifikatorische Ziel wurde in wünschenswerter Weise erreicht - und zwar schon vor dem Abschluß der eigentlichen Bauarbeiten. Kaum eine Stadt hat den Dreißigjährigen Krieg so unbeschadet überstanden. Mitten im Krieg fand hier der Fernhandel zu Wasser und zu Land eine Insel des Friedens vor. Wie ein Magnet zog Hamburg die Händler an. Noch um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatte Hamburg kaum 17.000 Einwohner gehabt, 1616 waren es fast 40.000. Von diesen hatte nur ein geringer Teil das Bürgerrecht oder besaß über die bürgerlichen Kollegien oder gar den Rat politische Einwirkungsmöglichkeiten. Da konnte es nicht ausbleiben, daß der Rat eines so ungeheuer erfolgreichen Gemeinwesens, schon recht bald mit den Ansprüchen und dem Repräsentationsbedürfnis von Renaissance- und Barockfürsten wetteiferten.