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Geldkontor und Handelsplatz - Hamburg
als Währungszentrum
Obwohl durch die Gründung des Wendischen Münzvereins die hamburgischen
Münzen bereits seit dem 14. Jahrhundert einen immer größer
werdenden Geltungsbereich erlangten, stand Hamburg im 15. Jahrhundert
immer noch deutlich im Schatten Lübecks, dem Haupt der Hanse. Das
änderte sich mit dem Machtverfall der Hanse im 16. Jahrhundert.
Die Entdeckung Amerikas hatte auch in Europa die politischen und wirtschaftlichen
Gewichtungen verändert. Der ausgreifende Fernhandel wirkte sich
positiv für Hamburg aus, das durch seine Verbindungen in den Westen
an diesen neuen Entwicklungen teilhaben konnte.
Hamburgs Rat und Kaufmannschaft gründeten 1558 die Börse und
gestatteten 1567 den englischen Kaufleuten (Merchant Adventurers) in
Hamburg ihre Niederlassung (English Court) einzurichten. Gleichzeitig
strömten die durch die Wirren des flämisch-spanischen Krieges
vertriebenen, vor allem in Antwerpen ansässigen, Portugiesen hierher.
Die Portugiesen, von denen viele Überseekaufleute waren, nutzten
ihre alten Handelsrouten zu den portugiesischen Niederlassungen in Afrika,
Asien und Südamerika. So brachten die zahlreichen Zuwanderer gleichzeitig
Geld und Geschäftsbeziehungen mit.
In den Anfangszeiten der Hanse war es der Kaufmann
selbst, der sich um den Warenumlauf kümmerte. Er kaufte und verkaufte,
er fuhr auf eigenes Risiko zur See und setzte dabei nicht nur die Waren,
sondern auch das eigene Leben aufs Spiel. Dies änderte sich mit
der Ausweitung des Warenverkehrs. Der Kaufmann arbeitete nun in seinem
Kontor und führte seine Geschäfte durch Vertreter. Deshalb
wurde die Schrift ein unerläßliches Hilfsmittel. In der Welt
des Kaufmanns nahmen das Schreiben und Rechnen eine immer größere
Rolle ein. Die Schriftlichkeit bedeutete „festschreiben, sichern,
dokumentieren“, zugleich aber auch „kontrollieren, beherrschen,
ordnen“. Erst im Lauf des 16. Jahrhunderts schlossen die Hansekaufleute
in den Techniken der Buchführung und Rechnungswesen an den Stand
der Italiener und Flamen an. Wesentlich hierfür war die Führung
des Archivs – der geschriebenen Erinnerung.
Zur Förderung des Handels wurde auf Initiative
der niederländischen und portugiesischen (sephardischen) Einwanderer
1619 die Hamburger Bank gegründet. Der bargeldlose Zahlungsverkehr
wurde so angeregt. Die Gewinne der Alteingesessenen wie der Zuwanderer
waren beträchtlich.
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