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Die Kaufmannsdiele

Die durch zwei Wohnlagen reichende Diele zeigt den repräsentativen Hauptraum eines Kaufmannshauses. Besonders beeindruckend die reich geschnitzte Säule, die die bemalte und größtenteils mit religiösen Darstellungen versehene Decke trägt. Zur umlaufenden Galerie aus Holzbalustern führt eine zweifach geknickte Treppe mit geschnitztem Anläufer und schön durchgebildetem Geländer. Von der Galerie aus zu erreichen ist ein Wohnraum. Durch Türen angedeutet sind zwei weitere Räume zur Straßenseite, die gleichfalls zu Wohnzwecken benutzt wurden.

Ausstellung Kaufmannsdiele

Eine ausreichende Helligkeit der Diele durch Tageslicht wird durch eine großzügige Verglasung von der Fleetseite her gewährleistet. Unterhalb der Galerie befindet sich die Küche mit offener Herdstelle und Rauchabzug sowie verschiedene Ausstattungsgegenstände (Kupfer-, Messing- und Zinngeschirr). Ein weiterer Raum zeigt die Schreibstube (Kontor), die mit einem Kachelofen vom Nachbarraum aus beheizbar war (Bilegger). Daß die Hamburger Kaufmannshäuser Wirtschafts- und Wohnräume unter einem Dach vereinigten, belegen die große Waage (datiert 1638) sowie eine für den Transport der Waren in die oberen Speicherböden vorhandene Aufzugsvorrichtung. Waren konnten sowohl zu Wasser über die Fleete als auch über die Straße mit Fuhrwerken oder Schott'schen Karren an- und abgefahren werden. Die Diele wurde aber nicht nur als Wohnraum genutzt, in dem auch Feste und Leichenbegängnisse abgehalten wurden, sondern sie war gleichzeitig der Raum, in dem aus- und eingehende Waren gemustert, registriert und auch neu verpackt werden konnten.

Grundlage für die Rekonstruktion dieser Kaufmannsdiele bilden Bauteile aus der Deichstraße 53 aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die im Grundriß begradigt zusammengefügt worden sind. Als Ergänzung wurde eine bemalte Holzdecke (aus einem Wohnhaus: Grimm 31) und eine barocke Holztreppe mit Balustrade (Große Reichenstr. 38) eingebaut.

Bilder aus der Ausstellung