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PRESSEMITTEILUNG
Ein hanseatisches
Landhaus im Museum für Hamburgische Geschichte
Hamburg, 22. April 2010 –
Das Museum für Hamburgische Geschichte startet am 23. April mit einer großen
öffentlichen Restaurierungsschau. Auf mehreren hundert Quadratmetern
wird das Interieur einer klassizistischen Villa aus Hamburg-Hamm aus
der Zeit um 1830 präsentiert. Das mehrmonatige Projekt mit dem Titel
„Wachgeküsst – Die Wiederentdeckung eines hanseatischen Landhauses
(1830-1909)“ ermöglicht den Besuchern einen umfangreichen Blick
hinter die Kulissen der Museumswelt und in die verschiedenen
Arbeitsbereiche von Restauratoren. Begleitend wird neben der kunst-
und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Raumausstattung auch die
Geschichte Hamburgs und seines Stadtteils Hamm im 19. Jahrhundert
erzählt. Dabei geht es auch um die Lebensweisen und Biografien der
mit dem Haus verbundenen Menschen. Geschildert wird auch das
denkmalpflegerische Engagement des Museums für Hamburgische
Geschichte zum Erhalt des wertvollen historischen Bestandes.
Im Jahr 1909 erwarb das Museum für Hamburgische
Geschichte große Teile der Innenausstattung der zwischen 1828 und
1831 erbauten „Villa Rücker“ in Hamburg-Hamm, die im selben Jahr
abgerissen wurde. Bauherr des Landhauses war der Senator Johann
Hinrich Rücker; als Architekt wird der Däne Axel Bundsen benannt.
Letzter Bewohner war die Familie Merck. Zu der Ausstattung gehörten
die Wandverkleidungen fast sämtlicher Räume – insbesondere Tapeten,
Holz- und Stuckarbeiten, Türen, Spiegel, Öfen, Möbel und Skulpturen.
Otto Lauffer, der Gründungsdirektor des Museums
für Hamburgische Geschichte, und der Architekt Fritz Schumacher
planten vor 100 Jahren, die Innenausstattung des Landhauses als
Beispiel hanseatischer Wohnkultur im neu errichteten Museumsgebäude
am Holstenwall einzubauen. In beispielhafter Weise wurden vor dem
Abriss Haus und Innenausstattung in Aquarellen, Fotografien,
Wandabwicklungen und Bauplänen dokumentiert - ein wahrer und
seltener Schatz, der es ermöglicht, sich ein umfassendes Bild von
der Raumsituation zu machen. Fritz Schumacher sah den Einbau der
Räume für das zweite Obergeschoss des Museums vor: Raumgrundriss und
Fassade des Museums entsprechen exakt der großbürgerlichen Villa.
Später änderten sich die Pläne und die Objekte wurden eingelagert.
Die hohe kulturhistorische Bedeutung dieser Fragmente veranlasst das
Museum heute, diese Objekte neu zu dokumentieren, zu konservieren
und wenn möglich auch zu restaurieren.
Das Projekt wird gefördert von „Tapetenwechsel“,
dem Hamburger Showroom des Deutschen Tapeteninstituts, der Stiftung
Denkmalpflege, der Hamburger Feuerkasse, der Sutor Stiftung, der
Hapag-Lloyd Stiftung, der HAWK Hildesheim, der Fakultät für
Konservierung-Restaurierung, dem Stuckateur Meisterbetrieb Otto
Werner & Söhne und den Freunden des Museums für Hamburgische
Geschichte e.V.
„Wachgeküsst- Die Wiederentdeckung eines
hanseatischen Landhauses (1830-1909)“ Eine öffentliche
Restaurierungsschau 23. April bis Dezember 2010 Führungen: jeden
Samstag und Sonntag um 15.00 Uhr Ein Programm informiert über
weitere Veranstaltungen.
Kontakt: Bettina Beermann, Tel:040/ 428132-2428,
pressestelle@hamburgmuseum.de
PRESSEINFORMATION
Historische
Demonstration in der Innenstadt
Studierende stellen Protestmarsch von 1909 nach
Hamburg, 10. Juni - Eine Demonstration in
historischen Gewändern aus der Kaiserzeit ist am (morgigen)
Freitagmittag in der Hamburger Innenstadt zu sehen. Studenten der
Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK)
und Mitarbeiter des Museums für Hamburgische Geschichte stellen
einen Protestmarsch gegen den Abriss des historischen „Landhauses
Rücker“ im Stadtteil Hamm des Jahres 1909 nach. Die Demonstration
startet um 11.00 Uhr in der
Spitalerstraße Ecke Lange Mühren,
um 11.45 Uhr ist sie in der
Mönckebergstraße/ Höhe Europapassage und ab 12.00 Uhr am
Jungfernstieg Ecke Alsterarkaden.
Das klassizistische „Landhaus Rücker“ gehörte zu den
architektonisch bedeutsamen Gebäuden in Hamburg. Zumindest das
Interieur der Villa konnte damals vor der Abrissbirne gerettet
werden und befindet sich seitdem im Museum für Hamburgische
Geschichte, wo es zurzeit aufwendig und vor Publikum restauriert
wird. Das öffentliche Restaurierungsprojekt mit dem Titel
„Wachgeküsst“ ist täglich von 10.00-13.00 und 14.00 -17.00 Uhr im
Museum am Holstenwall geöffnet.
„Störtebeker-Schädel“ gestohlen
Hamburgmuseum hofft auf Hinweise aus der Hamburger Bevölkerung
Hamburg, 20. Januar 2010 – Aus dem Museum für Hamburgische
Geschichte ist der Schädel Klaus Störtebekers gestohlen worden.
Museumsdirektorin Lisa Kosok: „Wir sind alle sehr bestürzt über den
Diebstahl. Der legendäre und geheimnisvolle Schädel aus dem 15.
Jahrhundert ist eine Reliquie der Hamburger Geschichte, eine der
Hauptattraktionen unseres Hauses. Wir hoffen sehr, dass er wieder
zurückgegeben oder gefunden wird. Dafür brauchen wir die Unterstützung
der Hamburger Bevölkerung. Helfen Sie uns, den Seeräuberschädel
wiederzufinden!“
Das Museum für Hamburgische Geschichte hat eine Belohnung von bis zu
mehreren tausend Euro für die Wiederbeschaffung des
Störtebeker-Schädels ausgesetzt. Nähere Informationen dazu sowie zum
Stand der Ermittlungen erteilen das LKA Hamburg unter Tel: 040/
4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle. Der Kopf weist als
besonderes Merkmal ein Nagel-Loch in der Schädeldecke auf. Der
Diebstahl wurde bereits am 9. Januar festgestellt. Aus
ermittlungstaktischen Gründen kann jedoch erst jetzt die
Öffentlichkeit informiert werden.
Der 600 Jahre alte Schädel wurde 1878 beim Bau der Speicherstadt auf
dem Grasbrook entdeckt. Seitdem gehört der archäologisch wertvolle
Knochenfund zur Sammlung Hamburgischer Altertümer. Seit 1922 wird er
im Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall präsentiert. Der
Kopf wird dem Piraten-Anführer Klaus Störtebeker zugeschrieben. Der
Legende nach wurde er am 20. Oktober 1400 mit rund dreißig Gefährten
auf dem Grasbrook enthauptet. Die Häupter der Hingerichteten wurden
zur Abschreckung an der Einfahrt zum damaligen Hafen auf Pfähle
genagelt. „Trotz der Ungewissheit über die tatsächliche Identität des
Schädels gehört er zu den ältesten Objekten im Museum für Hamburgische
Geschichte und stellt einen unschätzbaren Wert dar“, erläutert der
Archäologe und Mittelalter-Experte Ralf Wiechmann. In Europa gibt es
nur noch sehr wenige Exponate dieser Art. Die 2004 gefertigte
Gesichts-Rekonstruktion des Schädels ist weiterhin in dem Museum zu
sehen. Nähere Informationen dazu sowie zum
Stand der Ermittlungen erteilen das LKA Hamburg unter Tel: 040/
4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle. |